Missbrauch und Zweckentfremdung einer „WM“

Leserbriefe / 09.08.2019 • 17:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bisher war ich der Meinung, Weltmeisterschaften würden in friedlichem Sinne, völkerverbindend und in guten Absichten ausgetragen. Doch der Teletext im ORF vom 28. Juli 2019 hat mich eines Besseren belehrt. Ich war entsetzt und schockiert. Jetzt gibt es doch tatsächlich eine Weltmeisterschaft der Gewalt- und Kriegscomputerspiele. Mit „Fortnite Battle Royale“ und Millionen Zuschauern (VN-Bericht 29. Juli 2019). Stand bis jetzt ein Staat in politischem Misskredit, wurden Spieler, Sportler aus diesem Land von den Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Wurden da über Nacht die Grundsätze und Statuten geändert? Heißt es jetzt Gewalt voraus, wer am schnellsten und besten herumballert, gewinnt? So weit sind wir also gekommen. Weit haben wir‘s gebracht. Man stelle sich vor, 16- bis 17-jährige Jugendliche spielen stundenlang Fortnite Battle Royale, schießen sich gegenseitig ab (virtuell), und der übriggebliebene Spieler gewinnt 3 Millionen Dollar. Das Spiel ist an sich schon an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten (zu toppen). Aber noch dazu eine WM damit zu machen, ist ein Stilbruch, ist unverantwortlich, ein Rückschritt ins tiefste Mittelalter. Oder werden wir wieder zu „Neandertalern“, bewaffnet mit Keule und Axt? (Wenn auch „nur“ virtuell?) Schöne, alte Welt. Heutzutage wird virtuell Krieg und Gewalt am Computer gespielt. Innerhalb und außerhalb einer Weltmeisterschaft. Auch in Vorarlberg, dem „subara“ Ländle.

Helga Fink-Böhler, Lauterach