Hochwasserschutz und Ökologie sind kein Widerspruch

11.08.2019 • 15:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Reaktion auf Berichterstattung und Interview mit LH Markus Wallner in den VN vom 8. 8. 2019: Landeshauptmann Markus Wallner irrt massiv, wenn er die berechtigten Einwände des WWF St. Gallen gegen die Rhesi-Planung populistisch abqualifiziert, anstatt sich ernsthaft damit zu beschäftigen. Denn die Sorge über das Verschwinden von Insekten, Amphibien, Fischen und Vögeln aus unserer Umwelt, ist beileibe kein Einzelinteresse, sondern geht uns alle etwas an.

Im Kern geht es um die Frage, wie die Sicherheit steigt und zugleich die Folgen von Klimakrise und Artensterben gemeistert werden können. Daher braucht es sowohl Hochwasserschutz als auch natürliche Trittsteine für das Überleben bedrohter Arten. Wallner vergisst in diesem Zusammenhang, dass es schon weit mutigere Rhesi-Pläne gegeben hat, die jedoch tatsächlich auf Druck von Einzelinteressen, nämlich aus der Wirtschaft, zusammengestrichen wurden. Leider so weit, dass das aktuelle Projekt in punkto Naturschutz mehrere rote Linien überschreitet, die es sich einst selbst gesetzt hat. Denn die Forderung nach größeren, mit Augehölzen bestockten Inseln, Stillgewässerzonen und Seitenarmen stammt noch aus dem ursprünglichen Alpenrhein-Konzept. Fazit: Jetzt geht es darum, Probleme frühzeitig anzusprechen und Rhesi gemeinsam zu verbessern, um das Beste für Mensch und Natur zu erreichen.

Gebhard Tschavoll, WWF Österreich, Innsbruck