Fahrzeugreifen

14.08.2019 • 15:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

und Umwelt

Als ich mir ein Formel 1 Rennen ansah und feststellen musste, wie viel Gummiabrieb zum Schluss neben der Fahrbahn liegt (22 Autos in 1,5 Stunden) stellte ich mir die Frage, wie viele Tonnen Abrieb täglich weltweit durch Fahrzeugreifen entstehen. Dieses Mikrogummi verteilt sich zu 100 Prozent in der Umwelt. Auf bewirtschaftete Felder, welche zu Viehfutter oder Lebensmittel verarbeitet werden, in Flüssen und Seen bis zum Meer. Da wären die Hersteller gefordert, Reifen zu produzieren, welche die doppelte Laufleistung bei gleicher Sicherheit und Komfort aufweisen. Das sollte heutzutage kein Problem sein. Namhafte Hersteller aus Europa haben gegenüber Billigprodukten aus Übersee viele Vorteile. Erstens kein Schiffsverkehr mit riesigem CO2-Ausstoß. Zweitens haben diese Reifen meist eine höhere Laufleistung. Eigentlich würde jeder profitieren – die Umwelt und der Konsument. Doppelt so lange fahren bedeutet weniger Werkstattkosten für Montage und Auswuchten und weniger Abrieb in der Umwelt. Außer die Reifenindustrie denn diese verzichten ungerne auf Milliarden Umsätze. Vielleicht nimmt sich jemand die Zeit zum Berechnen, wie viel Gramm Gummiabrieb ein durchschnittlicher Autoreifen von neu bis zum Indikator hat. Die Hochrechnung auf alle Fahrzeuge weltweit wäre bedenklich. Das wäre ein sinnvolles Thema für die EU. Und nicht wie lange man Pommes frittieren darf. Einen Umwelt-Nobelpreis für den ersten Hersteller.

Mario Stipschik, Mellau