Nachhilfe als Training

14.08.2019 • 15:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Menschen, die bewegen“, vom 9. August 2019:

Die vorgestellte Person, Janine Schantl, ist zukünftige Mathematiklehrerin, studiert gegenwärtig an der PH in Feldkirch und gibt im Sommer Nachhilfe. In dem Beitrag hebt sie die Möglichkeit hervor, das im Studium erworbene Wissen direkt anwenden zu können. Eine auf den ersten Blick wenig verfängliche Aussage, der ich jedoch im Folgenden trotzdem widersprechen werde. Der Grund liegt darin, dass im Allgemeinen gegenwärtiger Mathematik-Unterricht an Schulen in Österreich wenig zufriedenstellend ist. Um dies zu ändern, braucht es eine neue Generation von Lehrpersonen, die weiß, dass es im Mathematik-Unterricht nicht darum geht, Aufgabenformate auswendig zu lernen, sondern Inhalte zu verstehen und kontextbezogen einsetzen zu können. Gibt man nun aber Nachhilfe, so lernt man nicht für das spätere Berufsleben, sondern übt nur ein, wie man nicht unterrichten sollte. So sind das Berechnen des größten gemeinsamen Teilers mittels Primfaktorzerlegung, das Heranziehen der Mitternachtsformel zum Lösen von quadratischen Gleichungen oder das Gleichsetzen von Vektoren und Pfeilen nur die vielleicht bekanntesten Vertreter einer ins uferlose gehenden Liste von Absurditäten, die leider fest im österreichischen Mathematik-Unterricht verankert sind, jedoch ein gedeihendes Unterrichten massiv verkomplizieren respektive verunmöglichen.

Lukas Brändle, Götzis