Steuern im 21. Jahrhundert

Leserbriefe / 19.08.2019 • 17:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das österreichische Steuersystem ist im 19. und 20. Jahrhundert historisch gewachsen und zwischenzeitlich etwas kompliziert geworden. Hinzu kommt, dass es nicht auf gegenwärtige gesellschaftliche Realitäten abgestimmt ist. So ist Arbeit massiv belastet, während Finanzspekulationen, der Handel mit Kryptowährungen und der Verbrauch (bzw. die Verschwendung) von natürlichen Ressourcen de facto steuerfrei sind. Ein Zustand, der geändert gehört. Die ÖVP, die sich unter Sebastian Kurz zu der Partei der Erneuerer ernannt hat, lehnt jedoch partout eine Steuerreform ab, wenngleich sie uns die neuliche Tarifanpassung der Lohn- und Einkommenssteuer als solche verkaufen mag. Doch „neue“ Steuern, bei gleichzeitiger Aufhebung bestehender, sind unumgänglich, will man den Bezug zur Realität bei der Besteuerung von Dingen nicht ganz verlieren. Nun hat die Liste Jetzt gefordert, künftig Fleisch mit 20 % (bisher 10 %) Umsatzsteuer zu belegen, ein Betrag, der in Anbetracht der Klimaschädlichkeit von Fleisch eigentlich immer noch als Farce bezeichnet werden kann. Doch alle politischen Mitbewerber waren sich darin einig, dass es nicht soweit kommen darf, was deren Intentionen in Sachen Klimaschutz verdeutlicht. Da Landwirtschaftskammerpräsident Moosbrugger sogar forderte, anstatt Fleisch die wahren Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen, sei ihm ausgerichtet, dass es keine klimaschädlichere Alltagsangewohnheit gibt, als das tägliche Schnitzel zu essen.

Petra Maier, Rankweil