Irreführende Berichte

Leserbriefe / 21.08.2019 • 15:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 5. August 2019.
VN-Bericht vom 5. August 2019.

Am 5. August lautete die Headline auf der ersten Seite der VN: „Dem reichsten Prozent gehören bis zu 40 Prozent des Vermögens.“ Die Aussage des zitierten Dr. Schnetzer lautete jedoch: „Das reichste Prozent der Haushalte besitzt fast ein Viertel des Vermögens.“ Ein Viertel sind nicht 40 Prozent! Ein alljährlich wiederkehrender Grund für Ärgernis sind die Berichte über den Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, der sogenannte „Equal Pay Day“. Auf den Headlines wird der Einkommensunterschied einfach mit dem Durchschnitt aller Einkommen ohne Rücksicht auf Teilzeit oder Branchen mit mehr als 20 Prozent Differenz dargestellt. Ein unseriöser Vergleich! Der bereinigte Gender Pay Gap unter Berücksichtigung des Ausbildungsgrades, der Wirtschaftsbranche, Arbeitserfahrung beträgt umgerechnet auf den Stundenlohn nicht 20 Prozent, sondern zwischen zwei und sieben Prozent, wobei zu bemerken ist, dass Löhne allein nur einen Teil der Mitarbeiterkosten darstellen. Als nächstes Beispiel erinnere ich an die Aussagen des Sprechers der Armutskonferenz, Michael Diettrich, der den „Sparwahn“ kritisierte und ohne Rücksicht auf das Haushaltsdefizit staatliche Maßnahmen gegen die Konjunkturabschwächung forderte. Welches Land er mit „Sparwahn“ meinte? Außerdem stellte er die Behauptung auf, dass es ohne Schulden kein Wachstum gebe. So einen Unsinn habe ich selten gehört!

Elmar Gasser, Dornbirn