Leben auf den Alpen – früher und heute

Leserbriefe / 22.08.2019 • 17:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das Essen auf den Alpen war früher ziemlich einseitig. So durfte bei der Herbstabrechnung kein Fleisch aufscheinen. Man musste von den Eigenerzeugnissen wie Milch, Butter und Käse leben und sollte nur Brot und Mehl verrechnen. So gab es am Morgen Milchsuppe, zu Mittag Milchmus und am Abend Milch, Brot, Butter und Käse. Ein Vorteil war, wenn man neben den Kühen eine Ziege hielt. Der Ziegenkäse hatte in kürzester Zeit die notwendige Reife und konnte schon nach Tagen gegessen werden. Die Alpen waren in den 50er- und 60er-Jahren zum Großteil mit Fahrzeugen nicht erreichbar. Die Eigenerzeugnisse mussten mit Pferdefuhrwerken ins Tal gebracht werden. Später wurden Alp- und Forstwege gebaut und die Alpprodukte konnten mit Traktoren und Autos abgeholt werden. Viele Wege sind heute noch nicht für Kraftfahrzeuge erschlossen. Die Weiden ziehen sich über die Waldgrenzen bis auf eine Höhe von 2000m und darüber hinaus. Die Tiere befinden sich den ganzen Sommer im freien Gelände. Die Hütten verfügen nur über Notställe für zwei bis drei kranke Tiere. Nur Menschen, die die Natur mögen, stellen sich diesen Arbeiten. Kein Verständnis habe ich dafür, dass eine brasilianische Familie, die sich schon mehrere Somme als Älpler bewährt hat, mitten im Sommer die Alpe verlassen musste.

Hugo Mayer, Egg