Orthodoxer Impuls

Leserbriefe / 03.09.2019 • 18:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In den Augen der westlichen Christen sind die Orthodoxen sehr traditionsgebunden und abhängig von der Landespolitik. Die Orthodoxen hingegen meinen, die westlichen Christen hätten zu sehr dem modernen Zeitgeist nachgegeben. Daher ist es erstaunlich und erfreulich, dass ein wichtiger orthodoxer Impuls im Westen nicht nur Aufnahme fand, sondern sogar weiterentwickelt wurde. Bereits 1989 hat der Ökumenische Patriarch Dimitrios „die ganze orthodoxe und christliche Welt“ eingeladen, am 1. September zum „Schöpfer der Welt zu beten, mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und ihre Erlösung“. Die Initiative wurde 1992 von der gesamten orthodoxen Kirche begrüßt und übernommen und bald folgten, zunächst etwas zögernd, auch katholische Lokalkirchen. Unsere Pfarrer in Vorarlberg fanden zunächst, der 1. September sei ein ungünstiger Termin. Doch mit der Zeit setzte sich nicht nur ein „Schöpfungstag“, sondern eine fünfwöchige „Schöpfungszeit“ vom 1. September bis zum 4. Oktober (Fest des heiligen Franz von Assisi) durch. Heuer wie schon in früheren Jahren finden in ganz Österreich die verschiedensten Veranstaltungen für die „Bewahrung der Schöpfung“ statt. Auf Wunsch von Papst Franziskus gibt es diese „Schöpfungszeit“ seit 2015 in der ganzen katholischen Kirche.

Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn