Liebe Frau Dr. Rendi-Wagner!

Leserbriefe / 04.09.2019 • 16:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bitte sprechen Sie, wann immer möglich, nicht nur in Wahlkampfzeiten vor SPÖ-Mitgliedern, Unentschlossenen und auch Gegnern der SPÖ. Doch sollten gerade Sie als Ärztin auf ihre Stimme achten. Um verstanden zu werden, vor allem um Überzeugungen kundzutun, muss nicht mehr in die lauschende Menge gegrölt werden. Das Feld beanspruchen rechts-rechte Parteien für sich und sollen es behalten, um rascher erkannt zu werden. Nehmen Sie sich unseren Herrn Bundespräsidenten als Beispiel. Haben Sie ihn jemals schreiend werben ge-hört? Klären Sie jetzt und auch nach der kommenden Wahl die Jugend und deren Generation davor darüber auf, wer Gemeindebauten errichten ließ, die Arbeitswoche auf 40 Stunden, Kinderbeihilfe, Mutterschutz und ASVG durchgesetzt hat. Dies und noch mehr sind keine Selbstverständlichkeiten. Alles musste im Parlament hart erfochten werden. Rufen Sie den Zuhörern Norbert Hofers Sager „Man wird sich noch wundern“ in Erin-nerung. Auch welche Parteimitglieder immer wieder Worte, die in Viktor Klemperers Buch „LTI“ (Lingua Tertii Imperii) erläutert wurden, verwenden – selbstverständlich unbeabsichtigt. Sagen Sie den Arbeitern und dem Mittelstand auch, welche Regierungskonstellationen jeweils in Skandalen endeten und animieren Sie sie auch nachzudenken, besonders darüber, wie es in Österreich zuginge, hätte die FPÖ das Sagen.

Hans Gamliel,

Rorschach