Fünf Jahre
unwiederbringlicher Zeitverlust

Leserbriefe / 05.09.2019 • 16:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Fünf Jahre schwere Versäumnisse, fünf Jahre falsche Schwerpunkte, fünf Jahre falsche Heile-Welt-Politik. Das wird bei diesen Nationalratswahlen gewählt werden und die sozialen Medien, die Print-Medien und der Boulevard spielen fröhlich mit. Es sind die falschen Botschaften, die Kurz und Hofer auflegen, die falschen Froh-Botschaften. Aber den Österreichern gefallen sie. Es wird ihnen suggeriert, dass sie nichts verändern müssen und dafür wählen sie diese Parteien, weil sie glauben, dass diese die Macht haben, dass sich nichts verändern muss. Kurz und Hofer stellen den Österreichern ihre beliebten Befindlichkeits-Fallen auf: Denn im Grunde ist es doch egal, ob Kurz neben seiner anvisierten Kanzlerrolle studiert, ob er Millionenspenden und Kredite an seine Partei offenlegt, ob er fürs Parlament kandidiert und gleichzeitig den Parlamentarismus missachtet, ob er zum zweiten Mal eine Regierung in die Luft sprengt und das Streiten den anderen zuordnet: Monatelang Befindlichkeits-Politik zwischen Schwarz und Blau, türkis vernebelt. Strukturell völlig ambitionslos wird den Österreichern eine Meidlinger Jung-ÖVP-Politik serviert, werden schnell noch die Pensionen erhöht, die Industriellen-Vereinigung schreibt die Programme, die die Polit-Marketing-Strategen austesten. Stattdessen müsste Österreich um fünf Prozent jährlich seine Kohlendioxid-Resilienz erhöhen, die Bevölkerung freiheitsrechtlich, kultur- und sozialpolitisch auf den alles revolutionierenden Digitalisierungsschub vorbereitet werden. Transformationspolitik hieße das. Ein Fremdwort. Nichts für Wahlen.

Andreas Postner,

Rankweil