Herabsetzung

Leserbriefe / 06.09.2019 • 18:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Was im Leserbrief vom 3. 9. 2019 unter dem Titel „Lieber Herr Witzigmann“ – gemeint ist der Vorsitzende des Zentralausschusses der Vorarlberger Pflichtschullehrer, Herr Willi Witzemann – steht, kann nicht kommentarlos stehen bleiben. Kritik ist notwendig und gut, wenn sie auf Möglichkeiten der Verbesserung hinweist. Was im besagten Leserbrief aber aufgezählt wird, hilft leider nicht weiter, sondern ist eine Aufzählung von herabsetzenden Unterstellungen: „Die Lehrer arbeiten 60 Prozent und bekommen 100 Prozent bezahlt; die Spezies ist recht dünnhäutig; 16 Wochen Urlaub ist recht wenig; Zusatzkräfte brauchte es nicht, wenn die Lehrer nur ein Minimum an Verantwortung zeigen würden.“ Dazu noch: Das alles kostet den kritischen Leserbriefschreiber drei Lacher. In meinem langen Lehrerleben an verschiedenen Schulen und als nun pensionierter Hauptschul-direktor habe ich die Erfahrung gemacht, dass die gesamte Lehrerschaft – Ausnahmen gibt es in allen Berufen – von ihrem Berufsauftrag erfüllt ist, die Jungen bestmöglich zu lehren, ihr Interesse zu wecken, ihnen zu helfen und respektvoll zu begegnen. Dass die Bildungsarbeit heute schwieriger geworden ist, ist offenkundig. Es gibt mehr Kinder mit Unterstützungsbedarf (siehe VN-Leitartikel, 3. 9. 2019 von Birgit Entner-Gerhold). Das Ansuchen der Pflichtschullehrergewerkschaft nach mehr Personal für Schulsozialarbeit ist daher berechtigt.

Alois Schwienbacher,

Altach