Berufsbild Lehrer/Lehrerin

Leserbriefe / 09.09.2019 • 18:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Beim Lesen des Leserbriefes von Herrn Lechleitner war mein erster Gedanke, sich nicht aufzuregen und zur Tagesordnung überzugehen. Aber so einfach kann man über das, was hier an Vorurteilen und Unterstellungen kolportiert wird, nicht hinwegsehen. Einmal mehr wird hier ein Lehrerbild beschrieben, das so nicht stimmt. Schon vor Jahren hat eine Arbeitszeitstudie des Institut SORAS bestätigt, dass der Lehrberuf keine „sitzende Halbtagsbeschäftigung“ ist.

„Unterrichtsarbeit ist lediglich jener Aspekt der Lehrertätigkeit, der auch öffentlich bzw. bekannt ist“ und nur etwa „ein Drittel der Gesamttätigkeit des Lehrers“ ausmacht (www.vcl-wien.at). Die restliche Arbeitszeit verteilt sich auf zusätzliche Zuständigkeiten und Tätigkeiten unterschiedlichster administrativer, pädagogischer und fachlicher Art. Beispiele dafür sind Betreuung und Beratung von SchülerInnen und Eltern, Planung und Durchführung von Schulveranstaltungen, Umsetzung von Reformen (z. B. kompetenzorientierte Reifeprüfung) oder die Schulentwicklung zur Qualitätssicherung an den einzelnen Schulstandorten. Und es sind meist die motiviertesten und engagiertesten Kolleginnen und Kollegen, die, eben weil sie ein hohes Maß an Verantwortung haben, ins Burnout schlittern. Kritiker bitte ich daher, sich selbst ein Bild des Lehrberufes vor Ort zu machen. Unsere Pädagoginnen und Pädagogen leisten an den Schulen hervorragende Arbeit und dafür gebührt ihnen ein hohes Maß an Wertschätzung. In diesem Sinne wünsche ich allen Kolleginnen und Kollegen viel Freude und Erfolg im neuen Schuljahr.

Mag. Michaela Germann, Vorsitzende ÖPU Vorarlberg, Lauterach