Tiere haben das
Paradies nie verlassen

Leserbriefe / 29.09.2019 • 17:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Leserbrief vom 27. September 2019.
VN-Leserbrief vom 27. September 2019.

Zum Leserbrief „Auch Tiere fühlen“, von Ilse Diem, VN vom 27. 9. 2019:

Großteils stimme ich zu, dass die christlichen Kirchen zu still sind, wenn es um Themen wie Rechte der Tiere und Massentierhaltung geht. Als katholischer Religionslehrer möchte ich anfügen: Für die Bibel ist es selbstverständlich, dass Tiere über Leib und Seele verfügen. Tiere haben das Paradies nie verlassen! Und es heißt: „Der Gerechte weiß, was sein Vieh braucht!“ Sprichwörter 12,10. Von daher ist – biblisch gesehen – Massentierhaltung ein absolutes No Go! Leider hat der gute, alte Augustinus sowohl den Frauen als auch den Tieren im 4. Jht. eine Seele abgesprochen. Augustinus konnte weder Hebräisch noch Griechisch und las die Bibel nur in dürftiger lateinischer Übersetzung. Daher dieser Fehler. Die Frauen haben ihre Seele im 12. Jht. zurückerhalten. Bravo! Seit Jahrhunderten warten die Tiere sehnsüchtig darauf, dass ihnen ihre biblisch belegte Seele zurückgegeben wird. Papst Franziskus schreibt in seinem Rundschreiben Laudato si’: „Das ewige Leben wird ein miteinander erlebtes Staunen sein, wo jedes (!) Geschöpf (!) in leuchtender Verklärung seinen Platz einnehmen wird.“ LS 243. Mit einem einzigen Satz wischt der jetzige Papst 1600 Jahre „irriger Theologie“ vom Tisch. Alle Tiere sind beseelt! Selbst Mikroorganismen haben ihren Eigenwert! Frau Diem, freuen Sie sich auf ein Wiedersehen! Und protestieren Sie weiterhin gegen die unchristliche Massentierhaltung.

Felix Rohner, Religionslehrer,
Bregenz