Abstandsmessung

Leserbriefe / 02.10.2019 • 18:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wir geben Andreas Perschil in mehrerer Hinsicht recht, zumal er den Weg über Gerichte nehmen musste. Wer auf hiesigen Autobahnen unterwegs ist, sieht eine schleichende Verrohung unserer Fahrkultur. Da wird schon beim Einfahren auf die Autobahn reingedrückt und meistens gleich auch noch auf die Überholspur gezogen. Zudem wird ein Kilometer vor einem Hindernis die Spur gewechselt. Meistens ohne Setzen des Blinkers. Blinkfaul wie bei jedem Kreisel. Wir fahren mit Tempomat und Abstandshalter. Trotzdem werden wir regelmäßig ausgebremst, weil immer irgendjemand uns durch sein ungebührliches Verhalten nötigt. In einem solchen Moment ist kein Abstand groß genug und es ist ein Wunder, dass es nicht noch mehr Unfälle gibt. Das wohl nur, weil es auch vernünftige, defensive und vorausschauende Fahrer wie uns gibt. Zudem wird vor und nach jeder Brücke mit einer vermeintlichen Radar- und Abstandsfalle abgebremst. Statt im erlaubten Tempolimit vorbeizufahren, wird das Messobjekt mit 80 oder 100 km/h bestaunt. In solchen Fällen ist nicht der nachfolgende Fahrer zu büßen, sondern der schikanierende voranfahrende Fahrer. Hier würde die Dash-Cam große Dienste leisten. Weil diese aber verboten ist, filmt der Beifahrer solche Situationen zum Selbstschutz.

Jürg Bosshart,

Feldkirch