Lebendige Ortskirche

Leserbriefe / 02.10.2019 • 18:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Leserbrief vom 23. September 2019.
VN-Leserbrief vom 23. September 2019.

Zum Leserbrief „Einfach nach Lehramt handeln?“ von P. Bernhard Kaufmann, VN vom 23. 9. 2019:

Mich stört eigentlich nur das Wörtchen „nur“ in dieser Argumentation. Es macht (gewiss unbeabsichtigt) die Bemühungen so vieler Ehrenamtlicher zunichte, die das Gefühl bekommen müssen, „nur“ zweitrangige Arbeit zu leisten, wenn sie „nur“ einen Wortgottesdienst in ihren Pfarrgemeinden anbieten. Man kann eine hl. Messe mit Eucharistiefeier überhaupt nicht mit einer Wortgottesdienst-Feier vergleichen. Wenn kein Priester vor Ort ist, gibt es keine hl. Messe, so sehr es sich jeder wünschen würde. Sollen wir die Leute in andere Pfarreien schicken, sollen wir die Kirchen schließen? Oder sollen wir im Sinne einer lebendigen Ortskirche alternative Formen anbieten, auch im Hinblick auf das „allgemeine Priestertum“, das alle Christen in die Verantwortung nimmt? Wortgottes-Feier kann und will keine Eucharistiefeier ersetzen; sie ist eine eigenständige Form des Gottes-Dienstes, kein Ersatzmodell.

Wenn zwei oder drei (auch 20 oder 30) in Namen Jesu Christi versammelt sind und ER mitten unter ihnen ist, können sie dies sowohl als Eucharistiefeier gestalten (wenn ein Priester da ist) als auch als „Wort Gottes“-Dienst feiern (wenn kein Priester da ist). Meines Wissens sind die Personen, die Wortgottesdienste vorbereiten und mitgestalten, vom Bischof Gesandte, meist mit der „missio“ versehene befähigte Christen, denen Lob und Anerkennung zukommen sollte.

Gottfried Schwarzmann, Eichenberg