Menschen auf eigene Beine stellen

Leserbriefe / 03.10.2019 • 18:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sebastian Kurz kommentierte seine Abwahl so: „Der Kurz muss weg.“ Der Herr Chefredakteur der VN erwiderte: „Der Kurz kommt gestärkt zurück“, das aus seiner professionellen Erfahrung, wo Qualität nicht die einzige Komponente ist. Persönlich schätze ich vor allem die Qualität einer Arbeit und bewundere diesen jungen Mann für den Mut, das christliche Menschenbild zum Leitbild seiner Politik zu machen. Ein Beispiel aus meiner Arbeit: Die Kinder/Jugendlichen in einer Klasse sind nicht alle gleich, aber sie sind alle gleich viel wert, weil jeder Einzelne einmalig und so unersetzbar ist. Es kommt nicht auf die Art und Zahl ihrer Talente an, sondern wie sie damit umgehen. Meine Aufgabe war es, Bewusstsein bildend zu motivieren, angemessen zu fordern und zu fördern. Es ist ungleich energie- und zeitaufwendiger, so zu arbeiten, als sie alle in einen Topf zu werfen. Ein Politiker muss mögliche Wege suchen, Menschen auf eigene Beine zu stellen, was ihrer Menschenwürde entspricht, weil sie dann unabhängig und frei sind. Diese Richtung stimmt. Und – Höflichkeit passt besser zur Menschheit als Frechheit.

Margarete De Rosso-Zsulits, Bregenz