Die FPÖ nach H. C. Strache

Leserbriefe / 04.10.2019 • 18:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Strache ist FPÖ-Geschichte“, vom 2. Oktober:

Die FPÖ ist und bleibt ein Objekt der Leidenschaft, für ihre unverwüstlichen Anhänger und fast noch mehr für ihre Gegner. Strache verstand es wie Haider mit der Zuneigung ihrer Fans – sie erinnern an Trump oder an so manchen Fußballclub – und der Ablehnung Andersgesinnter, politische Stimmung zu machen, ja Politik zu machen. Beide 14 Jahre an der Spitze scheiterten sie letztlich an ihren charakterlichen Defiziten. War Haider der Sprengmeister für die eigene Partei, appelliert Strache (noch) an die Geschlossenheit der „freiheitlichen Familie“. Mit Strache schloss die Partei ihre Reihen und ein enger Korpsgeist zog ein. Bis zur „Ibiza- und Spesenaffäre“ hielten sich die Folgen rechtsextremer „Ausrutscher“ in engen Grenzen. Strache ist zwar vorerst weg, die Bundes-FPÖ braucht aber eine Lösung mit Strache, um einen Selbstzerstörungstrip à la Haider zu verhindern. Eine öffentliche Ausbreitung interner Vorgänge der vergangenen 14 Jahre wäre ein Albtraum für die „neue FPÖ“ und ein Fressen für Medien und Gegner. Trotzdem sind die Aussichten der FPÖ unter Hofer und Kickl gar nicht so trist: Sie besetzt mit Migration, Sicherheit und der Wut auf „die da oben“ Themen, die bleiben und die eigene Anhängerschaft und andere Unzufriedene ansprechen. Das ist mehr, als beispielsweise die SPÖ derzeit scheinbar anzubieten vermag.

Dr. Günter Felder, Dornbirn