Wohlstandsverlierer

Leserbriefe / 06.10.2019 • 19:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Kommentar von Johannes Huber, vom 5./6. Oktober:

Auch wenn Hr. Huber meint, eine private Krankenversicherung wäre gut, oder Bildung muss man sich leisten können, bin ich ganz bei Ihnen. Aber bitteschön, die Wohlstandsverlierer beim Versagen der linken Parteien zu suchen, finde ich doch ein bisschen kurzsichtig. Egal in welchen Zustand sich die linken Parteien heute befinden, haben sie ab den 60er-Jahren für Wohlstand gesorgt. Erst als man sich von den Bürgern verabschiedet hat und die Religion des Neoliberalismus und der Anbetung des Profits begann, entwickelte sich eine Schieflage, die bis heute anhält. Der Staat, wie ihn viele gerne hätten, ist keine Firma, und daher auch nicht so zu führen. Die Regierung soll auch mit Augenmaß den Bürgern ein Leben ermöglichen, das auch diesen Namen verdient. Nachdem das Mantra vom Markt und von der Privatisierung seit den 70er-Jahren in aller Munde war, und spekuliert wurde, auf Teufel komm raus, mussten die Regierungen „systemrelevante Banken“ retten.

Das Geld, das den Bürgern zugestanden wäre, wurde ohne rechtliche Konsequenz zu den Banken transferiert. Um das zu bezahlen, werden die Sozialleistungen scheibchenweise gekürzt. Die Wohlstandsverlierer sind nicht entstanden, weil man Leistungen real erhöht hat, sondern weil es einfach Menschen gibt, die ihre Gier nicht im Zaun halten können. Darum sind wir heute da, wo wir sind!

Klaus Islitzer, Fußach