Österreicherin –

Leserbriefe / 08.10.2019 • 20:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ja oder Nein?

1994 in Vorarlberg geboren. Akzentfreies Beherrschen des Dialektes und der deutschen Sprache neben der Muttersprache Türkisch. Matura am neusprachlichen Zweig des Gymnasiums Bludenz, daran anschließend vier Semester Jura und seit 2016 Lehramtsstudium für die Primarstufe an der PH Feldkirch. START-Stipendiatin der ersten Stunde, Gewinnerin eines Aufsatzwettbewerbes für Kinder mit migrantischem Hintergrund und bereits als Schülerin sehr engagiert bei der Hausaufgabenhilfe an der VS Nenzing.

Die junge Frau kann bei ihren Eltern wohnen, muss aber ihr Leben selbst finanzieren, was ihr bestens gelingt, da sie seit neun Jahren äußerst zuverlässig bei derselben Bäckereikette arbeitet, in den Ferien Nachhilfe im Lernquadrat in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch gibt und als Referentin an der VHS Hohenems arbeitet. All dies qualifiziert sie in den Augen unserer Behörden nicht für das Erlangen der österreichischen Staatsbürgerschaft. Und dies nach einem Vierteljahrhundert perfekter Integration, Teilhabe an unserer Gemeinschaft, Eingliederung in den Arbeitsprozess, Unterstützung jener, die sich schwertun und einer Ausbildung, die von größtem Nutzen für dieses Land ist. Welche Botschaft wollen wir solchen Menschen vermitteln? Man kann hier nicht von mangelnder Willkommenskultur sprechen, bei jemandem, der gar nie weg, sondern immer hier war. Da sprechen wir wohl eher von einer Ablehnkultur.

Mag. Inge Kager, Elvira Kager und Herbert Ganahl, Nenzing