Mutig-frech, aber
kein (Schein)heiliger

Leserbriefe / 10.10.2019 • 18:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Herr Dr. Günter Felder meint in seinem Leserbrief, die Probleme der FPÖ, die man landläufig Heinz Christian Strache und Jörg Haider anlastet („charakterliche Defizite“), aufzeigen und mögliche Lösungen umschreiben zu sollen. Ich erlaube mir, dem Langzeitgedächtnis mancher Zeitgenossen etwas nachzuhelfen. Zum einen haben der Großteil der Medienlandschaft und so mancher Schreiberling eine untergriffige Hetze gegen die damalige Regierung geführt, die so in der Geschichte der Zweiten Republik einzigartig dasteht. Das sehr wahrscheinlich von einem Geheimdienst erstellte Ibiza-Video war der Gipfel der Schmutzkübelkampagne und gleicht einem Regierungsputsch. Wenn man noch dazu in Rechnung stellt, dass es Strache war, der immer wieder den Mut hatte, den vorwiegend linkslastigen Medien die Stirn zu bieten und gerade so der FPÖ zu Erfolgen verhalf, war es unklug, dieses wichtige Zugpferd von der Bühne zu nehmen. Immerhin mischte er bei den Europawahlen trotz schwierigster Umstände mit Hilfe der Vorzugsstimmen vorne mit. Man muss den Druck der veröffentlichten Meinung überhaupt aushalten. Gerade durch sein spritziges, mutig-freches Auftreten konnte er so manchen für sich gewinnen. Jetzt Strache für die Wahlschlappe verantwortlich zu machen, ist nicht gerade schlau und auch nicht gerecht, da er ja keine Möglichkeit hatte, „seine“ Leute zu mobilisieren. Persönlich möchte ich keinen von den Medien hofierten Scheinheiligen als Politiker.

Bernhard Kaufmann,

Dornbirn