Papst gegen

Leserbriefe / 10.10.2019 • 18:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ist-Zustand

Status quo meint im Lateinischen den Istzustand, in dem sich die Kirche gerade befindet. Papst Franziskus möchte, dass sich die Kirche gerade auf der Amazonien-Synode, die am Sonntag begonnen hat, nicht auf die Erhaltung des Bestehenden beschränke, sondern nach neuen Lösungen suche.

Er rief dazu auf, neue Wege zu beschreiten. Wenn alles so bleibt wie bisher, argumentierte er, wird die Berufung der Kirche unter der Asche der Ängste und Sorgen, den Status quo zu verteidigen, erstickt. „Jesus ist nicht gekommen, die Abendbrise, sondern das Feuer auf die Erde zu bringen“.

Viele Menschen im Amazonasgebiet trügen schweres Leid und hofften auf den befreienden Trost des Evangeliums. Es gehe um das Gegenteil davon, die Dinge laufen zu lassen.

Franziskus appellierte an die Bischöfe, sich in Feinfühligkeit für die Neuheit des Geistes zu entscheiden. An der
Synode nehmen etwa 40 Frauen, davon ungefähr die Hälfte Generaloberinnen, teil. Sie sind nicht einverstanden mit dem Status quo der jetzigen Synoden. Sie möchten auch ein Stimmrecht. Einzelne männliche Generalobere haben ein solches. Warum also die weiblichen Generaloberinnen nicht? Nur weil sie Frauen sind? Ich wünsche der Synode einen kräftigen Pfingststurm, der die Kirche schwungvoll aus der Sackgasse des Istzustandes hinausbläst.

Pfr. Helmut Rohner,

Dornbirn