Realistische Ziele

Leserbriefe / 11.10.2019 • 17:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Asfinag will S 18 pushen“ vom 9. 10. 2019:

„2025 soll mit dem Bau der S 18 begonnen werden, unabhängig von der Variante“ formuliert der neue Asfinag-Vorstand Hufnagl das realistische Ziel bei einer Pressekonferenz mit LH Wallner am Dienstag. Als Lustenauer warte ich auch auf eine Verkehrslösung und müsste mich über so viel Fachwissen von Verkehrsexperten und Landespolitikern ja eigentlich freuen. Acht Jahre lang habe ich allerdings in Wien beim Umweltministerium gearbeitet und dort österreichweit alle Großverfahren, die eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wie die
S 18 brauchen, mitbehandelt. Um zu erkennen, dass fünf Jahre von der Variantenstudie bis zum Bau weder
realistisch noch ernst gemeint sein können, reicht Hausverstand. Ansonsten bescheinigt dies die öffentliche Datenbank des Umweltbundesamtes, die bereits zwischen Einreichplanung und Behördenvorlage eine längere Verfahrensdauer für jede UVP-Schnellstraße Österreichs offenlegt. Anschließend folgt ein mehrjähriges Genehmigungsverfahren meist noch mit Nachänderungen, dann ein mehrjähriges Beschwerdeverfahren beim Bundesverwaltungsgericht und möglicherweise noch die Anrufung der Höchstgerichte. Anschließend können die Herren dann eine Schaufel für die Baueröffnung in die Hand nehmen. Trotz heißer Wahlkampfphase erwarte ich mir als Betroffener eine ehrliche Informationspolitik mit nachvollziehbarer Risiko- und Kostenbewertung dieses Projekts.

Mag. DI Martin Bösch, Lustenau