Technisch machbar
ist vieles

Leserbriefe / 11.10.2019 • 17:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kurz vor der Landtagswahl vergeht kein Tag ohne S-18-Schlagzeilen und Berichterstattung über Aussagen der Autobahnbetreibergesellschaft, dass dieses Projekt „technisch machbar“ und „beherrschbar“ „trotz anspruchsvollem Untergrund“ sei. Nun, in Zeiten wo beispielsweise über 800 m hohe Gebäude in superreichen Ölstaaten errichtet werden können, eigentlich keine Besonderheit. Aber hierzulande höre ich absolut nichts von einer neuen Kostenschätzung, was diese „technisch machbare“ Autobahnverbindung an der breitesten Stelle mit riesigen Untertunnelungen entlang des Naturschutzgebietes bei widrigsten Bodenverhältnissen schließlich uns Steuerzahler kosten wird. Da könnten sich diese uralten stets veröffentlichten Kosten von 600 Millionen Euro nämlich sehr rasch verdoppeln, speziell durch die von den Gemeinden Höchst und Fußach geforderte Rheinunter-
tunnelung statt der wesentlich billigeren in allen Planungen verwendeten Brückenvariante. Zudem passt eine Autobahn quer durch die letzte im unteren Rheintal verbliebene Riedlandschaft so gar nicht zum in unserer Landesverfassung festgeschriebenen „Klimaschutz“ und zum heuer im Landtag ausgerufenen „Klimanotstand“. Da würden wohl kostengünstigere Einzelfahrttickets in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und batteriebetriebene Busse sowie der behördliche Schutz der großen restlichen Grünflächen sehr viel besser hineinpassen. Außerdem halte ich Druckausübung immer demokratiepolitisch für sehr bedenklich, und zwar gleich, ob von Transportwirtschaft und profitierenden Großbetrieben auf den Landeshauptmann, oder von diesem auf seinen in dieser Sache missliebigen Regierungspartner.

Egon Troy, Fußach