Aus für die Sonderschule

Leserbriefe / 18.10.2019 • 18:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In einer beispiellosen Aktion haben die Bildungsdirektion des Landes und die Stadt Feldkirch (Schulabteilung) beschlossen, das Pädagogische-Förder-Zentrum Feldkirch (PFZ) zu schließen. Begründet wird die Schließung unter anderem mit der Umsetzung von Inklusion, also einer Schule für alle. Dazu (zur Inklusion) hat sich Österreich mit der Ratifizierung der UN-Konvention verpflichtet, und die Vorgangsweise wäre grundsätzlich zu begrüßen. Die Art und Weise, wie das jetzt am PFZ Feldkirch vollzogen werden soll, ist unverständlich und nicht zum Wohle der Kinder, wie es von den Verantwortlichen dargestellt wird. Kinder mit besonderen Bedürfnissen unter dem Deckmantel der Inklusion in Sonderschulen anderer Gemeinden „abzuschieben“, nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“, ist unbegreiflich und hat mit Inklusion nicht das Geringste zu tun. Mit dem angekündigten Aus für das weit gediehene Projekt an der VS Altenstadt hat die Stadt Feldkirch eine weitere Chance in Richtung einer gemeinsamen Schule für alle nicht genutzt oder nicht nutzen wollen. Es hat den Anschein, dass die Verantwortlichen der Bildungsdirektion und der Stadt Feldkirch hier nicht zielgerichtet, sondern konzeptlos und nach rein monetären Gesichtspunkten handeln und mit der Gestaltung solcher Veränderungsprozesse überfordert sind. Inklusion ist kein Sparpaket, sondern ein weitreichendes Konzept zu einer gemeinsamen Schule für alle.

Roland Stieger, Feldkirch