Fakten zur ärztlichen Versorgung

Leserbriefe / 07.11.2019 • 17:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Leserbrief von DI Dr. Bernd Österle vom 06.11.2019:

Sehr geehrter Herr DI Dr. Österle, Sie beklagen in Ihrem Leserbrief den Rückgang der Vertragsärztestellen in Vorarlberg und die Zunahme an Wahlärzten. Was die Kassenärzte anbelangt, unterliegen Sie einem Irrtum. Tatsächlich hat die VGKK zwischen 2012 und 2018 gemeinsam mit der Ärztekammer Vorarlberg 28 zusätzliche Vertragsarztstellen in allen Fachbereichen geschaffen. Der Aufwand für die ärztliche Versorgung im niedergelassenen Bereich ist in dieser Zeit von rund 69 Millionen auf rund 88 Millionen Euro gestiegen. Von Einsparungen und Gewinnoptimierung kann also keine Rede sein. Zum Vergleich: Die Kostenerstattungen für Wahlärzte sind im gleichen Zeitraum von rund fünf auf rund sieben Millionen Euro angewachsen. Es stimmt, dass die Zahl der Wahlärzte zunimmt. Diese Zahl ist für die Versorgungswirksamkeit aber wenig aussagekräftig, weil es sich oft um Spitalsärzte handelt, die neben ihrer Haupttätigkeit nur stundenweise pro Woche eine Praxis führen und für die Patienten nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Lange Wartezeiten sind ärgerlich. Sie lassen sich aber meistens vermeiden, wenn die Versorgungspyramide eingehalten wird, sprich die erste Anlaufstelle der Hausarzt ist, der – wenn notwendig – die weiteren Schritte einleitet. Für medizinisch dringende Termine haben VGKK und Ärztekammer vor einigen Jahren das Dringlichkeitsterminsystem eingeführt. Pro Quartal stehen so 3340 zusätzliche Facharzttermine verschiedener Fachgebiete zur Verfügung.

Manfred Brunner, Obmann der VGKK, Dornbirn