Speicher
Schwarzköpfle „neu“

Leserbriefe / 22.11.2019 • 18:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Vorgangsweise, ein Projekt marginal zu verändern, um damit eine UVP zu umgehen, ist jedenfalls nicht neu. Wir kennen das von anderen Projekten. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung will die SiMo unter allen Umständen vermeiden und sie weiß natürlich warum. Es waren die kumulativen Schritte, die zum Teil illegal gesetzt und erst nachträglich bewilligt wurden, die eine UVP-Vorschreibung notwendig machten. Wenn die Landesregierung ihr neues Arbeitsübereinkommen und die Ausrufung des Klimanotstandes ernst nimmt, braucht es konkrete Maßnahmen. Da heißt es zum Moorschutz: „Vorarlberg hat eine besondere Verantwortung für den Moorschutz. So befinden sich in unserem Bundesland auf nur 3,1 Prozent der Staatsfläche ca. ein Viertel der österreichischen Moore, die für den Klimaschutz als CO2-Speicher eine hohe Bedeutung haben.“ Die kosmetische Veränderung des Speichers würde nichts an der Zerstörung dieses Kleinodes ändern. Es braucht deshalb nicht nur eine UVP-Prüfung, sondern auch einen Klimacheck dieses Projekts, der alle Faktoren einbezieht. Zum öffentlichen Interesse darf in diesem Zusammenhang wieder einmal an die repräsentative Umfrage des Instituts Dr. Berndt von 2018 erinnert werden, wonach 79 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung gegen einen weiteren Ausbau touristischer Angebote in den Bergen sind. 44 Prozent votierten sogar für einen Rückbau und nur noch 12 Prozent sind für einen weiteren Ausbau.

Franz Ströhle, Höchst; Vorarlberger Alpenschutzverein Dornbirn