Speichersee

Leserbriefe / 28.11.2019 • 18:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als ein im Montafon Großgewordener darf ich „parteiisch“ noch einmal Stellung nehmen – und das auch als Pfarrer. Theoretisch gesehen kann man von zwei Extremen ausgehen: Dem rein wirtschaftlichen und technischen Vorgehen und dem einfachen Belassen der natürlichen Gegebenheit vor Ort. Im umstrittenen Vorhaben scheint mir eine bestmögliche Integration des Sees in die natürliche Umgebung angestrebt zu sein, sodass es durchaus einen ganzjährigen Nutzen ergeben könnte, im Sinne eines Bergsees, der dann nicht nur optisch, sondern auch ökologisch Lebensraum schaffen kann. Weil es eine temporäre Speicherung ist, wird das gespeicherte Wasser spätestens über die Schneeschmelze wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt. Der Wasserverbrauch sei in Summe gering, weil die Pistenflächen größer erscheinen als sie sind und natürlich nicht ganzjährig gebraucht. Der Energieverbrauch einer Beschneiungsanlage sei vergleichbar mit anderen Industriezweigen. Die Argumentation betreffend Klimawandel scheint mir einseitig politisch bzw. ideologisch und nicht überzeugend sachbezogen. Es dürfte also nicht darum gehen, politisch und moralisch einen Trend zu bekämpfen und hier ein Exempel zu statuieren. Die Absicht muss sein, redlich zu prüfen, ob in diesem Fall optische und ökologische Folgewirkungen mit Sicherheit derart massiv sein werden, dass ein Kompromiss mit vorgelegten Varianten und damit mit der wirtschaftlichen Rechtfertigung von vornherein auszuschließen ist.

Pfr. Peter Mathei, Alberschwende