Haltestelle Lauterach-West

Leserbriefe / 08.12.2019 • 17:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

ÖV-Fachleute schütteln über die neue Haltestelle Lauterach-West nur den Kopf: eine Luxushaltestelle an der Grünzone am Rand eines Gebietes mit bescheidenem Fahrgastpotenzial, das schon durch zwei Buslinien im Halbstundentakt komfortabel erschlossen ist; nur 800 Meter (typische Hst.-Distanz: 2500 Meter) vom neuen Bahnhof Lauterach entfernt; ohne Busanschluss. Der Bau allein verschlingt ca. zehn Millionen Euro. Fast noch ärgerlicher sind die laufend anfallenden Kosten für Betrieb und Erhaltung, Fahrzeitverlängerung, Energieverlust und Minderung der Streckenleistungsfähigkeit – für wichtige Bahnprojekte fehlt das Geld.

Der Ausbau Lauterach-St. Margrethen (Verbindung Zürich-München) ist sehr zu begrüßen, das Betriebskonzept aber viel zu einseitig auf Bregenz ausgerichtet. Bregenz hat künftig stündlich eine durchgehende Schnellverbindung. Anstatt die halbstündlichen Nahverkehrszüge mit Anschluss in St. Margrethen alternierend nach Bregenz und über die Südschleife nach Dornbirn-Feldkirch (mehr als fünf mal so viele Bewohner) zu führen, fährt alles nach Bregenz. Durch den erzwungenen Umweg mit Umstieg in Riedenburg werden geradezu sträflich Chancen vertan, neue Fahrgäste zu gewinnen und Straßen zu entlasten. Die Fahrt über die Südschleife mit Halt im Bahnhof und beschleunigter Zusatzverbindung ins Oberland wäre für Lauterach zudem wesentlich wertvoller als Lauterach-West, aber die ÖBB-Verschwendungsdampfwalze lässt sich nicht aufhalten. Das Land schweigt und zahlt mit.

Walter Heinzle, Götzis