Pisa und die Bildung

Leserbriefe / 09.12.2019 • 19:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das Jammern über das Missverhältnis der Bildungskosten zu den mittelmäßigen PISA-Ergebnissen in Österreich bringt nichts, denn die entscheidenden und leider nicht mehr umkehrbaren Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht. Wenn wir Weihnachtsferien, Osterferien, Sommerferien, Herbstferien, Samstage, Sonntage, Zwickeltage, Exkursionen, Projekte, Greta Thunberg-Tage und die letzte ereignisfreie Schulwoche in Rechnung stellen, dann ist zu erkennen, dass unsere Kinder und Jugendlichen an weniger als der Hälfte der Tage im Jahr die Schule besuchen. Eine Ganztagsschule ändert an dieser „Hälfteschule“ nichts, da durch den freien Samstag fast alle Schüler an zwei Nachmittagen in der Woche Unterricht haben. Bei der Ganztagsschule kämen also nur wenige Nachmittagsstunden mit mangelhafter Lernbetreuung dazu. Wenn heute Bildung vererbt wird, weil sich in der schier endlosen Freizeit Eltern und Großeltern um die Motivierung des Nahwuchses kümmern, dann ist das einzig und allein die Folge dieser sehr langen „Entlastungspolitik“ teils bildungsfremder Politiker. Dieser Fehler ist durch noch so hektische und dilettantische Scheinreformen nicht mehr gut zu machen.

Mag. Silvia Öller, Bregenz