Land fördert
Höchst­risiko-Sport

Leserbriefe / 10.12.2019 • 19:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Downhill-Mountainbiking zählt zu den gefährlichsten Risiko-Sportarten mit absolutem Wagnis, denn es ist keine vernünftige Risikoreduktion möglich. Auch professionelle Risikosportler stürzen schwer, inklusive Querschnittlähmung und Tod! Deshalb ist Downhill-Mountainbiking in Unfallversicherungsverträgen meistens ausgeschlossen. Gemäß Geschäftsführer gab es 2018 im Brandnertaler Bikepark bei rund 140.000 Fahrten 93 Rettungs­alarmierungen, nur 19 Mal wurde der Notarzthubschrauber angefordert. Ergibt bei durchschnittlich zehn Abfahrten pro Tageskunden eine Unfallquote von etwa 1/125 Schwerverletzten, wobei häufig Kinder verunfallen. Die Anzahl Verletzter, welche selbst Ambulanzen aufsuchen, liegt wohl mehrfach darüber. Das Verletzungsrisiko beim Downhill-Actionspaß ist somit vielhundertmal höher als etwa beim Skifahren. Allein die Landesbehörde erkennt keine signifikanten Einsatzzahlen sowie Gefährdung. Diese trendige Wagnissportausübung beim Bikepark fördere sogar das Gemeinwohl. Ob bei anderen kommerziellen Freizeitangeboten ebenfalls so zahlreiche Verletzte akzeptiert würden? Man stelle sich vor, jeder ca. 15. Tageskunde, z. B. in Schwimmbädern, Boulderhallen oder Sommerrodelbahnen, landet in Ambulanz oder OP-Saal. Auch ein Bruchteil dermaßen Verunfallter wäre unakzeptabel. Sicherheit und Gesundheitsschutz, speziell für Minderjährige, müssten nach zivilisierten Wertvorstellungen Priorität vor Profit oder Spaß haben! Jedoch weder Maßnahmen für Unfall- und Schadensprävention noch Umweltschutz, stattdessen gibt’s für die Bikeparkerweiterung mit käuflichem Actionspaß für die ganze Familie sowie extrem vielen unvertretbaren Unfallopfern jetzt 117.000 Euro Landesförderung.

Hans Kegele, Bürs