„Was Mieten teuer macht“

Leserbriefe / 10.12.2019 • 19:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Was Mieten teuer macht“ vom 9.12.2019:

Wie Herr Klien vom WIFO schreibt, ist sehr wahrscheinlich einer der Hauptgründe die Mietvertragsdauer. Ich bin seit fast 20 Jahren Privatvermieter und freue mich darüber, dass mehrere dieser Mietverhältnisse weit über zehn Jahre gedauert haben oder noch andauern. Nach meinem Wissensstand ist ein ordentliches Mietverhältnis bis auf einige wenige Ausnahmen im Einfamilienhausbereich bezüglich Mindestvertragsdauer und Kündigungsfrist gesetzlich wie folgt geregelt: Der Vermieter hat die gesetzliche Mindestlaufzeit von drei Jahren im Vertrag niederzuschreiben und einzuhalten. Bei Unterschreiten dieser Laufzeit bestünde eine Ungültigkeit des Vertrags mit seinen Folgen. Der Mieter hat die Möglichkeit, nach einem Jahr unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Monatsletzten zu kündigen (ergibt 15 Monate). Bei Betrachtung dieser Tatsache und der Darstellung der mittleren Mietvertragsdauer für Vorarlberg (2,8 Jahre) würde dies meiner Meinung nach darauf hindeuten, dass die kürzeren Vertragszeiten nur durch vorzeitige Aufkündigung durch den Mieter möglich sind. Nach meiner Erfahrung ist der Gedanke, ein gutes Mietverhältnis nach drei Jahren für etwas mehr Profit mit dem verbundenen Aufwand aufzulösen, in Vorarlberg nicht gängige Praxis.

Siegfried Erath, Dornbirn