Gewohnheiten

Leserbriefe / 13.12.2019 • 18:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wenn man den Klimanotstand, der überall ausgerufen wird, übersetzt, ist er nichts anderes als die Beseitigung unserer liebgewonnenen Gewohnheiten und Liebkinder. Aufhören große Autos zu fahren, auf Flugreisen auf die Malediven zu verzichten und Schiffspassagen in die Antarktis zu buchen, um Pinguine zu streicheln, wäre auch tabu. Überall aus dem Boden schießende Geschäfte könnten verkleinert werden, denn Bananen aus Kolumbien, Litschi aus Vietnam und Kaffee aus Brasilien gäbe es dann nur noch zu Weihnachten und Ostern. Ein Stück Fleisch nur noch am Sonntag, so wie´s früher war. Wir wurden jahrzehntelang trainiert, immer und alles sofort zu bekommen, um damit dieses Wirtschaftssystem am Laufen zu halten, und haben daher Konsum bis zum Exzess erzeugt. Es gibt Interessengruppen, die mit diesem System sehr viel Geld verdienen. Die werden auf die Bremse steigen. Und wenn man reflektiert, wie schwer es ist, sich seine eigenen schlechten Gewohnheiten abzugewöhnen, dann kann man ermessen, wie schwierig es sein wird, einer ganzen Gesellschaft ihre schlechten Seiten und Gewohnheiten auszutreiben.

Klaus Islitzer, Fußach