„SPÖ – Die verlorenen Wurzeln – eine Partei sucht ihre Ziele“

Leserbriefe / 13.12.2019 • 18:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„Sozialistische Arbeiterpartei“, Baujahr 19. Jahrhundert?! – Was soll das heute? Welche Art von SPÖ könnte im 21 Jh. damit gemeint sein? Was sind ihre Wurzeln? Was ihre Ziele? Die eigentliche Grundidee allen sozial gerechten Zusammenlebens wurde immer wieder im Ideal der urchristlichen Gemeinschaft gefunden. Die aber nur funktioniert, wenn der biblische Gott als Schirmherr respektiert wird, und der wurde wohl schon lange ausrangiert. Folgen solcher Nachahmungsversuche: Marxismus – Stalinismus – Maoismus – Kommunismus – Sozialismus, diese so leicht in Vergessenheit geratene Kette, die ein Vielfaches der Toten des Nationalsozialismus gekostet hat? Wie kann es sein, dass eine SPÖ 30 Jahre Neoliberalismus und Raubtierkapitalismus mitträgt und bis heute z. B. weder eine digitale Maschinensteuer noch Finanztransaktionsabgabe durchgesetzt hat? Gerade in Zeiten der großen Koalition dominierten die Auseinandersetzung über das kurzfristig politisch Machbare, Visionsarbeit über gesamtgesellschaftliche Zukunft war anscheinend völlig aus dem Blick geraten. Das rächt sich jetzt bitter. Was tut eine Sozialistische Arbeiterpartei, wenn – auch durch alle Technisierung und Digitalisierung – die Arbeit ausgeht? Wenn die Umschiffung der biblischen Vorhersage nach dem Sündenfall (1. Mose): „… im Schweiße eures Angesichtes werdet ihr euer Brot essen …“ doch nicht gelingt? Zurück auf den Acker?

Dr. Hella Hagspiel-Keller, Bregenz