Rote Karte für Totschlag-Strategie

Leserbriefe / 15.12.2019 • 18:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Landwirtschaftskammerpräsident Moosbrugger fordert eine neue Strategie in der TBC-Bekämpfung. Das ist angesichts der aktuellen Situation absolut legitim. Mit seiner radikalen Forderung nach Ausrottung des Rotwildes in den Krisengebieten packt er aber eine mittelalterliche Totschlag-Keule aus. Angesichts der Tatsache, dass die Trefferquote bei den „diagnostischen Tötungen“ bei Rindern bisher unter der Wahrscheinlichkeit eines Losentscheides (50:50) liegt, keine wirklich zukunftsträchtige Idee. Nachdem wissenschaftlich und empirisch erwiesen ist, dass die Infektionskette nicht ausschließlich vom Rotwild ausgeht, fehlt der im Tierschutzgesetz für die Tötung eines jeden Tieres geforderte vernünftige Grund für so einen „Kahlschlag“. Wildtiere sind rechtlich herrenlos, sie gehören niemandem. Es ist deshalb höchst an der Zeit, dass die Öffentlichkeit die Verantwortung für deren Wohl und Wehe übernimmt und eigennützige Vertreter von Partikularinteressen deutlich in die Schranken weist.

Dr. Erik Schmid, Fachtierarzt für Tierhaltung und Tierschutz, Götzis