Priester
sind uner­setzlich?

Leserbriefe / 26.12.2019 • 17:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Am Ende des VN-Artikels vom 17. Dezember über sein bewegtes Leben wird Pfarrer Helmut Rohner mit der Aussage zitiert: „Es braucht keine Priester. Jeder Mensch hat einen direkten Draht zum lieben Gott.“ Damit wollte er gewiss nicht den Wert seiner eigenen und seiner Kollegen Arbeit auf vielen Gebieten mindern (den erkennen die Gläubigen spätestens dann, wenn ihre Pfarre zum Teil eines Seelsorgeraums wird). Vielmehr wandte er sich erkennbar nur gegen die Ansicht, wonach die Menschen allein über die geweihten Priester das Heil erlangen können. Auf die katholische Kirche im Verhältnis zu anderen Religionsgemeinschaften bezogen wurde dieser Anspruch zwar vor einiger Zeit zurückgenommen. Im Innenverhältnis der Kleriker zu den Laien lebt dieses feudale Denken aber weiter. Obwohl auch das sicher nicht mit dem Glauben an einen liebenden Gott vereinbart werden kann. In ihrem Leserbrief vom 21./22. Dezember gibt Frau Albrecht nur in viele schöne Worte gefasste gutgemeinte Rechtfertigungsversuche wieder, die jedoch nicht überzeugen können. Denn der Geist Gottes lässt sich nicht vorschreiben, wo er wehen darf!

Wolfram Walch, Feldkirch