Tierschutz in Land und Bund

Leserbriefe / 02.01.2020 • 18:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 23. Dezember 2019.
VN-Bericht vom 23. Dezember 2019.

Im schwarz-grünen Vorarlberger Regierungsprogramm ist zu lesen.

Zum Tierwohl: „Maßnahmen wie die Kostentragung für Ferkelkastration mit Betäubung und Aufnahme der Enthornung mit Sedierung und Betäubung werden fortgesetzt.“ Seit der letzten Novelle des Tierschutzgesetzes dürfen beide hier genannten „Eingriffe“ nicht mehr ohne Betäubung vorgenommen werden, was im Klartext bedeutet, dass die Einhaltung einer gesetzlich vorgeschriebenen Mindestnorm weiterhin mit Steuermitteln gefördert wird. Zur Tierschutzombudsperson: „Die Landesregierung bekennt sich zur wichtigen Funktion dieser und unterstützt sie angemessen.“ Diese Verpflichtung steht seit 2005 im Tierschutzgesetz. Zu Tiertransporten: Die Landesregierung spricht sich „für eine weitere Reduzierung von Transporten von Zuchtrindern in Drittstaaten (wie Aserbeidschan, Usbekistan, Türkei etc.)“ aus.

Komisch, wurde uns doch nicht nur einmal bestätigt, dass solche gar nicht (mehr) stattfinden würden. Die Top-Ankündigungen „die Landesregierung spricht sich für eine weitere Vermeidung des Transportes von nicht entwöhnten Kälbern über lange Strecken aus“ und „im eigenen Wirkungsbereich werden weiterhin Maßnahmen zur Vermeidung von Kälbertransporten gesetzt“ widersprechen der Fußnote 3 des Endberichtes der Task-Force, wonach diese (vermutlich mit dem Segen dieser Regierung) „unbedingt erforderliche“ Tiertransporte so interpretiert, dass damit „ordnungsgemäß angemeldete und damit von der Veterinärbehörde abzufertigende“ Tiertransporte gemeint sind. Es bleibt zu hoffen, dass der Tierschutz bei Türkis-Grün auf Bundesebene im Gesundheitsministerium besser aufgehoben ist.

Dr. Erik Schmid,
Götzis