Tatsächlich
Privat­meinung

Leserbriefe / 03.01.2020 • 18:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das katholische Priestertum geht auf den Ursprung der Kirche zurück. Christus setzte es mit den Worten „Tut dies zu meinem Gedächtnis” ein, nachdem er über Brot und Wein die Wandlungsworte gesprochen hatte. Die Wandlungsworte wurden von den drei Synoptikern und von Paulus im ersten Korintherbrief überliefert, wobei Johannes im 6. Kapitel seines Evangeliums deren Wandlungskraft von Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi bestätigt. Ignatius von Antiochien, der um 110 in Rom den wilden Tieren vorgeworfen wurde, überlieferte ebenso die Wandlungsworte und den Glauben an ihre Wirkung in der heiligen Messe. Auch alle älteren christlichen Glaubensgemeinschaften – Kopten, Melchiten, Aramäer, Armenier, Thomaschristen, sämtliche orthodoxe Gemeinschaften und viele andere – besitzen die Eucharistie und damit das Priestertum. Wenn darum jemand gegen den Glauben der Katholischen Kirche von einem Christentum ohne Priestertum spricht, dann vertritt er nicht die offizielle Lehre der Katholischen Kirche, sondern seine private Meinung. Erst im 16. Jahrhundert hat Luther eine christliche Gemeinschaft ohne Opfer und Priestertum begründet. Wenn man die obigen Punkte in Betracht zieht, ist es klar, dass man sich dafür weder auf die Bibel noch auf Christus selbst berufen kann. Daran ändern auch die Zitate von Frau Marie-Thérèse Mercanton (Leserbrief vom 28.12.) nichts. Sie weicht der eigentlichen Sachfrage damit nur aus.

P. Bernhard Kaufmann, Dornbirn