Bitte um Beson­nenheit

Leserbriefe / 14.01.2020 • 17:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Was in letzter Zeit als Folge von den Walgauer TBC-Fällen von führenden Landesbeamten bzw. Funktionären ins Rollen kam, löst nur noch Verwunderung aus. Ein Volksanwalt glaubt zu wissen, dass es im Mellental heute mehr Wild gibt als früher. Ob es Sache der Volksanwaltschaft ist, sich für die Interessen von Großgrundbesitzern stark zu machen, darf hinterfragt werden. Dann ein gehorsamer Bezirkshauptmann, der sein angekratztes Image seit den Ungereimtheiten bei der Bundespräsidentenwahl mit einer Verordnung aufpolieren will, bei der das Rotwild im Winterfütterungsgatter ohne Schonzeit erlegt werden soll.

Und als Krönung des Ganzen darf natürlich unser Landwirtschaftskammerpräsident nicht vergessen werden, der sofort nach Bekanntwerden der TBC-Fälle reflexartig den Totalabschuss von Rotwild fordert, ohne auch nur ansatzweise zu wissen, wo sich das Vieh angesteckt hat. Es bleibt nur zu hoffen, dass in unseren Behörden auch besonnenere Kräfte walten, denn sonst fordert noch einer im Umkehrschluss, dass im Sommer unsere Alpkühe abgeschossen werden, damit diese den bisher gesunden Mellentaler Rotwildbestand nicht gefährden. Gratuliert werden muss aber unserem Bezirksförster und dem Waldverein, dessen jahrelanger Lobbyarbeit das ganze letztendlich zu verdanken ist. Selbstverständlich waschen alle Genannten ihre Hände in Unschuld, denn das Gemetzel im Wintergatter darf von anderen erledigt werden!

Albert Hager, Mellau