Ziffernnoten pädagogisch widersinnig

Leserbriefe / 14.01.2020 • 17:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

So lautet der Kommentar von Harald Walser in den VN vom 13. 1. 2020. Diese Meinung untermauert er mit Testungen und Feldversuchen, ohne eine Quelle zu nennen. Wenn er meint, in der 4. Klasse Volksschule haben 20 Prozent der Kinder mit einem „Sehr gut“ in Deutsch die gleichen Testungen wie die besten Kinder mit „Nicht genügend“, dann zweifle ich allerdings an der Beurteilungsfähigkeit unserer Lehrpersonen! Noch unverständlicher ist für mich das Benotungsspektrum von „Sehr gut“ bis „Nicht Genügend“ für dieselbe Arbeit (Quelle?) in Mathematik, ist sie doch bezüglich der Gültigkeit ihrer Erkenntnisse und Strenge ihrer Methoden nicht individuell interpretierbar. Herr Walser spricht polemisch von „Akademikerfamilien“, der Ausdruck „bildungsferne Familien“ ist eine rhetorische Diskursvokabel und bedeutet im Grunde eine Diskriminierung. Ein „bildungsnahes“ Elternhaus, welches für das Kind förderlich ist, bedarf allerdings keines akademischen Titels! Im Bildungswesen muss es die Gleichheit der Möglichkeiten geben. Weil jedes Kind so wie alle Menschen andere Fähigkeiten und Talente besitzt, wird der Bildungserfolg dennoch unterschiedlich sein.

Gertraud Walch, Rankweil