Die Pharisäer

Leserbriefe / 15.01.2020 • 17:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Einst wurden sie als Schriftgelehrte und Philosophen bezeichnet und vor Christi Geburt waren sie es, welche durch ihren Wissensstand die Geschicke der Völker lenkten. Leider, wie überall auf der Welt und nicht nur vor 2000 Jahren, wurden sie überheblich und bereits im Neuen Testament werden sie als Heuchler und Blender bezeichnet. Dass sich daran bis heute nicht viel geändert hat, beweisen zwei der jüngeren Vorfälle.

So brachte doch ein Vorarlberger Nationalrat am 26. September 2019 einen Antrag in den Budget­ausschuss des Parlamentes ein, in welchem er eine Vignettenbefreiung bis Hohenems verlangte. Wie wohl die Landtagswahlen drei Wochen später im Bezirk Dornbirn ausgegangen wären, wenn dies bekannt geworden wäre? Für dieses Stillhaltevermögen muss man den Schriftgelehrten und Philosophen dieses Landes wirklich gratulieren. Fast zur gleichen Zeit fand in eben jenem Parlament eine Abstimmung zur Hacklerregelung statt. Wie waren sie sich doch alle einig. Jubel an allen Ecken, der aber schnell verstummte, als man sich das ganze nach der Wahl nicht mehr leisten konnte.

Nun, da sind wir also wieder angelangt im Neuen Testament. Ich kenne sie, die Pharisäer. Ob andere auch welche kennen, weiß ich nicht, aber kennen tun wir sie doch mittlerweile alle, odr?

Günther Baur, Bregenz