Gegen die Ziffernnote

Leserbriefe / 19.01.2020 • 18:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Frau Gertraud Walch bezweifelt in einem Leserbrief jene Zahlen, die ich in meinem Kommentar als Argument gegen die verpflichtende Ziffernnote in der Volksschule angeführt habe. Sie fragt nach den Quellen: Ich beziehe mich vor allem auf die periodisch erscheinenden PISA- und die PIRLS-Studien sowie den Nationalen Bildungsbericht. In Kurzform berichtet das „profil“ schon im Juni 2010: „74 Prozent der Schüler, die beim PISA-Mathematiktest das oberste Leistungsniveau erreichten, hatten im Zeugnis ein Sehr gut oder Gut, 26 Prozent nur Befriedigend oder Genügend, ein Prozent gar ein Nicht genügend.“ Und die beiden Forscher Kurt Schmid und Helmut Hafner schreiben bezugnehmend auf die PISA-Studie im „ibw research brief“ (69/2011): „Die 20 % schlechtesten Schüler(innen) mit der Deutschnote Sehr gut haben dieselbe Testleistung erzielt wie die besten Schüler(innen) mit einem Nicht genügend.“ Wer Leistung und Gerechtigkeit will, ist gegen die ungerechte Ziffernnote, vor allem in der Volksschule.

Dr. Harald Walser, Altach