Wald, Wild und TBC

Leserbriefe / 19.01.2020 • 18:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In letzter Zeit sind diese Themen wieder in aller Munde. Einerseits bewegen die behördlich festgelegten Abschusszahlen die Gemüter, andererseits fürchtet man im Mellental
sogar schon um den Abschuss des letzten Hirsches. Jene, die glauben, es gab früher mehr Wild, kann ich beruhigen.

Die Wildbestände sind in den letzten 30 Jahren nachweislich ständig angestiegen. Das Wild war früher nur sichtbarer für uns Menschen. Für das Wild ist es heute ein Dilemma. Es hat zwar gelernt, mit seinem einzigen Feind, dem Jäger, umzugehen, ihn hört, sieht und riecht es schon von Weitem, doch der Jäger hat aufgerüstet. Nachtsichtgeräte, Gewehre mit Schussdistanzen von über 300 Meter usw. zwingen das Wild zur Nahrungsaufnahme immer länger und tiefer in den Wald und genau dort lauert ein neuer Feind, der Luchs. Und er kommt auf leisen Pfoten. Derzeit werden in Vorarlberg jedes Jahr 10.000 Stück Schalenwild getötet. (vorarlberg.at jagdstatistik). Durch diesen hohen Jagddruck wird es immer schwieriger, die Wildbestände zu regulieren. Somit bleibt der Behörde nichts anderes übrig, als die Schusszeiten zu verlängern. Ab diesem Zeitpunkt sprechen die Jäger nicht mehr von Erlegen des Wildes, sondern von Abknallen, Hinrichten und Gemetzel in Tötungsgattern. Liebe Jäger, ihr habt es in der Hand, verringert die Wildbestände, dadurch die Abschusszahlen und erspart somit den Wildtieren zumindest das alljähr-liche Gemetzel.

Gerhard Vith, Laterns