Klimawandel

Leserbriefe / 20.01.2020 • 18:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zweifellos soll auf klimaschädliche Einflüsse geachtet werden. Aber wie manche Parteien und Gruppierungen agieren, das grenzt fast an militante Methoden, weil daraus ein Hype gemacht wird. Man sollte auch die Relationen des CO2-Ausstoßes berücksichtigen. Vom weltweiten Ausstoß emittiert Europa als viertgrößte Wirtschaftsmacht gerade mal acht Prozent. Das zeigt, dass Europa bereits jetzt auf einem weit besseren Weg ist als die übrige Welt. Selbst wenn Europa alle Nutztiere eliminiert, die Industrie einstellt und den Verkehr gänzlich verbietet, bleiben noch 92 Prozent, es nutzt global also gar nichts, wenn wir uns selbst wirtschaftlich kastrieren. Die Aktionen der EU müssten weltweit darauf ausgerichtet sein, Länder dazu zu animieren, zum Klimaschutz beizutragen. Unverständlich ist, wenn die EU im Parlament den Klimanotstand ausruft, andererseits aber Verträge mit Südamerika über die Lieferung von 34.000 Tonnen Rindfleisch abschließt sowie Soja und Palmöl importiert, wohlwissend, dass diese Produkte auf brandgerodeten Regenwaldflächen produziert werden – Waren, die wir gar nicht brauchen. Für wie einfältig hält die EU eigentlich ihre Bürger? Diese brandgerodeten Flächen haben inzwischen die Größe von Europa erreicht, tragen etwa zwölf Prozent zur Gesamtemission von CO2 bei und gehen vor allem für die Absorption von CO2 verloren, sie können nur wenige Jahre genutzt werden und gehen dann in Verwüstung über.

Robert Bader, Hohenweiler