„Villa KunstSinn“

Leserbriefe / 20.01.2020 • 18:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In den letzten Tagen konnte man in mehreren Zeitschriften über die Eröffnung der Villa KunstSinn lesen – ein Ort, in dem Farben leuchten dürfen, der Geist blühen darf, der Mensch wachsen und die Musik klingen soll – wie die Künstlerin Evelyn Pröll es ausdrückte. Die Villa KunstSinn, so stand geschrieben, befindet sich in der ehemaligen Villa am Schwerzenbach. Da dürfte der Geist doch etwas zu freizügig geblüht haben, denn die genannte Villa steht nicht am Schwerzenbach, sondern wurde in den späten 1880er-Jahren von dem bekannten Textilindustriellen, Mäzen und Archäologen Karl Ferdinand von Schwerzenbach (* 28. August 1850 in Konstanz; † 21. November 1926 in Bregenz) erbaut. Schwerzenbach war einer der Hauptgründer des Landesmuseumsvereins und betrieb zumeist aus eigenen Mitteln die Ausgrabungen des römischen Brigantiums, engagierte sich politisch und auch im Sozialwesen der Stadt Bregenz. Viele Sammelbestände des Landesmuseums gehen auf Schwerzenbach zurück. Über die frühen industriellen Entwicklungen im 18. und 19. Jahrhundert und deren Pioniere in Bregenz gibt es leider nur wenige Zeugnisse, da scheint es angebracht, zumindest die verbliebenen Baudenkmale richtig zu benennen. Die Villa steht übrigens unter Denkmalschutz.

Thomas Gehrer, Bregenz