Menschenfreundlich?

Leserbriefe / 21.01.2020 • 18:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Am Bahnhof Dornbirn empfinde ich als älterer Mensch z. B. in folgender Situation Unbehagen: Es war Abend, zudem kalt. Mein Zug hatte etwas Verspätung. Der Anschlussbus fährt im Stundentakt. Infolgedessen musste ich knapp eine Stunde warten. Am Busparkplatz waren sämtliche Sitzgelegenheiten besetzt. Ich begab mich ins Bahnhofsareal. Die Wartehalle ist mit wenigen Sitzplätzen ausgestattet. Beide gegenüberliegende Türen standen offen. Wir saßen im Durchzug.

Höflich fragte ich einen, für den Aufsichtsbereich zuständigen Angestellten der ÖBB, ob nicht wenigstens eine Türe geschlossen werden könnte. Dieser verneinte mit dem Argument, dass hier ein übler Geruch wäre. Zusätzlich belehrte er mich, dass wir in diesem Raum nur zehn Minuten sitzen dürfen und ihn anschließend zu verlassen haben. Einige Meter in Entfernung saß ein Mann, der ununterbrochen am Handy tätig war. Anscheinend fehlte es dem Aufsichtsorgan an Mut, auch diesen Mann über seine Rechte im oder am Bahnhof Dornbirn aufzuklären. Werden hier Schwächere, Betagte, Gebrechliche, Frauen mit Kindern etc. dafür bestraft, weil sich am Bahnhofsareal nicht wenige Menschen aufhalten, die ihre Freizeit hier verbringen? Wie menschenfreundlich handeln die ÖBB gegenüber ihren Kunden, wenn sie ihnen ab 20.30 Uhr den Zutritt in die Wartehalle verwehrt? Ich glaube, die Verantwortlichen sollten menschlich und gerecht handeln.

Maria Sandtner, Lustenau