Kälbertransporte

Leserbriefe / 26.01.2020 • 18:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Warum müssen Kälber so weit transportiert werden? Haben nicht wir Verbraucher daran Mitschuld? Laufen wir nicht alle zum Supermarkt, um das Fleisch so günstig wie möglich zu kaufen? In meiner Kindheit war das noch anders: Wir waren zwölf Geschwister, trotzdem hatten wir Qualitätsfleisch vom Bauern. Mit den ersten Discountern begann das Preisdumping. Damals gab es viele Familien mit einer großen Kinderschar. Natürlich lief jeder dorthin, wo es günstige Lebensmittel gab, so mussten sich Händler zusammenschließen, damit ihnen die Kunden nicht davonliefen. Fleisch jedoch gab es lange nicht im Lebensmittelgeschäft.

In den 80er-Jahren bekam man in den Städten auch Fleisch, viele kleine Metzgereien, die es damals noch in jedem Dorf gab, mussten schließen. Wir haben heute mehr Geld als unsere Eltern, und der Großteil könnte den fairen Preis von Nahrungsmitteln bezahlen. Bei Aufzucht der Tiere mit Muttermilch wären weniger Tiertransporte nötig. Das Auto verladen wir auch nicht, um es irgendwo günstig reparieren zu lassen. Nahrungsmittel, die unsere Lebensgrundlage sind, müssten wieder einen höheren Wert haben. Früher wurden jene Familien unterstützt, die sich das nicht leisten konnten. Heute kaufen wir die Nahrungsmittel zu Dumpingpreisen, und die Bauern bekommen Förderungen. Ist das nicht verkehrt?

Martina Moosbrugger, Au