MOHI-Geschäfts-
führer abgesetzt

Leserbriefe / 28.01.2020 • 18:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „MOHI Feldkirch trennt sich von Langzeitgeschäftsführer“ vom 24. 1. 2020:

Dass Wolfgang Breuss durch einstimmigen Beschluss als Geschäftsführer des Mobilen Hilfsdienstes Feldkirch abgesetzt wurde, macht betroffen und wütend zugleich. Scheinbar geht es dort zu wie in der Wirtschaft: Es rollen die Köpfe, wenn die Zahlen nicht gefallen. MOHI schreibt keine roten Zahlen! Und in erster Linie sollte bei einem 29-jährigen, unermüdlichen Engagement für Menschen an vorderster Stelle Respekt stehen. Ein solches Know-how und langjährige, gewachsene Verbindungen zählen scheinbar nicht mehr viel. Menschliche Kompetenz contra betriebswirtschaftliche Perfektion? Das passt nicht ganz zum sozialen Auftrag. Teams dieser Art bestehen noch nicht aus Robotern. Herr Breuss wird bestimmt für die verbleibenden Berufsjahre eine sinnvolle Tätigkeit finden. Wenn er in seiner Tätigkeit nicht mehr geschätzt wird und keinen Rückhalt vom Vorstand bekommt, ist die Zeit für Veränderung gekommen. Gesunden Menschenverstand hat er bewiesen, indem er sich auf den angebotenen Deal nicht eingelassen hat. Wer würde schon nach so vielen Jahren irgendeine Sicherheit aufgeben, die durch Treue zum Arbeitgeber und durch vielseitiges Engagement begründbar ist? Der Verlust für die ganze Region im menschlichen Sinne ist nicht zu leugnen. Hermann Hesses letzter Satz im Gedicht „Stufen“ passt: Wohlan denn Herz, nimm Abschied und (MOHI-Vorstand!) gesunde!

Wolfgang Seethaler, Lindau