Jägerstätter gegen das NS-Regime

Leserbriefe / 31.01.2020 • 20:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Fall von Franz Jägerstätter, der sich als Katholik weigerte, in den Krieg zu ziehen, wurde verfilmt und kommt jetzt ins Kino. „Einer von Millionen“ hatte den Mut, zu der Aussage der Apostel zu stehen: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29). Warum wird dieselbe Haltung, die viele weitere bekundet haben, verschwiegen? Die Oma meiner Frau, aus der Steiermark, war vom 17. Oktober 1939 einige Monate in Graz im Gefängnis, weil sie den Hitlergruß verweigerte. Da sie von ihrer Überzeugung nicht abließ, dass „Heil oder Rettung nur von Gott kommen kann“, wurde sie ins KZ Ravensbrück überstellt. Dann ins KZ Birkenau-Ausschwitz und Bergen-Belsen, wo sie am 8. Mai 1945 befreit wurde. Der Schwager meiner Schwiegermutter weigerte sich, Soldat zu werden. Er wurde zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 15. Februar 1943 vollstreckt. Ein Freund von ihm wurde aus demselben Grund am 19. Juni 1944 in Halle hingerichtet. Die drei waren Zeugen Jehovas. Dem Glauben abzuschwören, kam für die allermeisten Zeugen nicht infrage. Etwa 1200 von ihnen kamen durch die Schikanen des NS-Regime ums Leben. 270 wurden hingerichtet. Wenn Zeugen Jehovas an ihre Tür kommen, haben Sie Menschen vor sich, die sich eng an Gottes Gebote halten und aus voller Überzeugung Nächstenliebe üben.

Helmut Hämmerle,
Lustenau