Rollstuhlhindernisse

Leserbriefe / 14.02.2020 • 19:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Dornbirn ist für Rollstuhlfahrer leider kein gutes Pflaster. Dabei geht es nicht nur um die neue Stadtbücherei. An jeder Ecke bauen sich Hindernisse auf. Will ich von der Messepassage in die Schulgasse, geht es im Slalom zwischen glatten Flächen und Pflastersteinen bis zur Ecke Stadtmarkt. Ohne fremde Hilfe kein Weiterkommen über die Absätze bzw. über die steile Rampe, ebenso der Rückweg. Ich muss mit dem Rollstuhl um die Stadtpfarrkirche fahren, um auf den Marktplatz zu gelangen. Die Schotterwege durch den Park sind nicht befahrbar, weil sich die Lenkrollen querstellen. Ich kann nicht in ein Geschäft oder Lokal meiner Wahl, weil Rampen fehlen (wie auch in der Stadtapotheke). Ich kann nur in die Geschäfte, die eine entsprechende „Zufahrt“ haben. Wenn man darauf aufmerksam macht, heißt es nur: „Jo, i woass!” Vom Wissen, aber nicht tun, habe ich leider nichts. Miteinander sieht anders aus. Architekten und Politiker sollte man schon bei der Planung in einen Rollstuhl setzen, damit sie im Vorfeld sehen, auf was da geachtet werden muss. Den Willen in dieser Hinsicht etwas zu ändern, sehe ich leider nicht. Ich warte darauf, bis an den Eingängen der Unwilligen ein Aufkleber mit dem Rollstuhlemblem pickt mit der Aufschrift „Und ich muss draußen bleiben“.

Fritz Degenkolb, Dornbirn