Kälbertransporte

Leserbriefe / 28.02.2020 • 18:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die bedenklichen Kälbertransporte und der abscheuliche Umgang mit den Tieren in bestimmten Drittstaaten wurde von Tierschützern aufgezeigt. Die Kontrollen zur Einhaltung der Tiertransport-Bestimmungen der unumgänglichen Transporte unterliegen auf den jeweiligen Fahrt-routen den betreffenden Staaten. Mit vermehrten Kontrollen und der Androhung von empfindlichen Sanktionen wäre den Missständen entgegenzuhalten. Bei den Machenschaften in den Drittstaaten sind wir wohl machtlos. Den hiesigen Landwirten und Veterinärbehörden sowie der Politik die Verantwortung für dieses Tierleid anzulasten, hat keine Berechtigung. Den Konsumenten, dem der Euro zum Teuro wurde, zur Verhinderung der Missstände zu vermehrtem Kauf von Kalbfleisch zu bewegen, erweckt den Eindruck, dem Verbraucher über seine Geldbörse die Lösung der Angelegenheit „umzuhängen“. Angedachte Ausfuhrverbote für Lebend-Schlachttiere bergen durch entsprechende Deklarationen jedoch Umgehungsmöglichkeiten.

Zum Nachdenken: Kann es sein, dass indirekt durch EU-Förderungen, die vorrangig in wirtschaftsschwache Regionen in süd- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten fließen Billigfleischimporte, z. B. Schweinefleisch, mit einem nicht nachvollziehbaren Preisniveau in unser Land ermöglicht werden? Der hiesigen Landwirtschaft ergab dies neben anderem die gegenständlichen Absatzprobleme bei Kalbfleisch. Dies führte dazu, dass Kälber zu Mastbetrieben in wiederum besonders EU-geförderte Regionen verbracht und in der Folge, wie anzunehmen ist, mit EU-Exportförderungen in Drittstaaten versendet werden. Freihandelsabkommen tragen ebenfalls zum Preisdruck für inländisches Fleisch bei!

Walter Läßer, Langen

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